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Ein Sommer des Neubeginns und der Hoffnung

magyarul

Was wird die Zukunft bringen? Wie passiert im Herbst und wie wird sich die Wintersaison im Tourismus entwickeln? Wie wird das Reisen in Zukunft aussehen, wird alles umständlicher und komplizierter sein als früher oder wird sich alles wieder langsam normalisieren? Das sind die Fragen, die wir unzählige Male von allen Seiten hören und die die heißen Themen dieser Sommerreisesaison sind. Die Zukunft des Tourismus, die Welt des neuen Tourismus, ist in aller Munde. Entweder, weil wir gerne reisen, denn das Reisen ist ja zum Teil unseres Alltags geworden, oder weil wir in der Tourismusbranche arbeiten; oder ganz einfach aus beiden Gründen.

 

Ich denke, wir handeln richtig, wenn wir uns der Realität stellen. Wenn wir die sich häufenden negativen Zeichen deuten, müssen wir uns wohl darauf einstellen, dass die Welt nie wieder so sein wird, wie sie einmal war. Dementsprechend werden wir unsere Reisegewohnheiten und Erwartungen ändern müssen! An dieser Stelle habe ich auch schon wiederholt darauf hingewiesen, dass wir die Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellen müssen. Sowohl bei der Gestaltung der Reiseangebote als auch bei der Formulierung unserer Erwartungen müssen wir den durcheinandergeratenen Rubik-Würfel des Tourismus neu zusammensetzen.

 

Beim Reisen geht es um die zwischenmenschlichen Beziehungen, um die Sehnsucht, Neues zu entdecken, und darum, unsere Neugierde (Homo ludens) zu befriedigen. Meiner Meinung nach ist es unabdingbar, wieder zu diesem Grundansatz zurückzukehren. Es ist ein Irrweg, früheren Rekorden und unseren Wunschträumen nachzujagen. Von dem olympischen Motto "citius, altius, fortius" gilt für den Fremdenverkehr nur das "fortius" (mutiger). Wir müssen mutig handeln, aber nicht um jeden Preis nach dem Unermesslichen zu streben. Wenn wir aus den Erfahrungen der Coronavirus-Pandemie lernen und den Ursachen der Wetteranomalien dieses Sommers (verheerende Stürme, tobende Waldbrände und Flüsse, austrocknende Seen usw.) nachgehen, ist festzustellen, dass ein neuer Ansatz vonnöten ist. Indem wir die Grundlagen für eine Kreislaufwirtschaft im Tourismus schaffen, können wir vielleicht dafür sorgen, dass wir auch in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren noch von beglückenden Reisen sprechen können. Bei der Kreislaufwirtschaft im Tourismus geht es darum, in der Gastronomie und bei anderen unternehmerischen Tätigkeiten lokalen Produkten den Vorzug zu geben. Statt Freizeitreisen in die weite Ferne sollten wir Reisen in nahe Regionen und statt Flugzeugen Züge präferieren. Versuchen wir, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind, das besuchte Gebiet gründlich und sorgfältig zu erkunden. Wir können unsere Sterntouren in die nähere Umgebung auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad unternehmen. Auf diese Weise entschleunigt sich die Welt um uns herum, wir haben mehr Zeit, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, und unsere Chancen erhöhen sich, im Reisen und im Tourismus das Wesentliche zu finden: die lang ersehnten Momente des Glücks. Wir können die lokalen Werte erleben, die Gedanken und Freuden anderer besser wahrnehmen. So kann eine Art Win-Win-Situation entstehen: Unsere Erlebnisse werden intensiver und reicher und insgesamt wird auch die Welt als Gewinner hervorgehen ...

 

Ich sehe den heurigen Sommer als einen Sommer der Hoffnung: als Generalprobe in eine Welt des neuen Tourismus. Denn die diesjährige Hauptsaison begünstigt ja Inlandsreisen und Reisen in die Nachbarländer. Im letzten Jahr häuften sich Ende August bereits die schlechten Nachrichten über die Pandemie, und die vorläufige Freiheit, die wir uns erkämpft hatten, enteilte flugs. In diesem Jahr können wir zuversichtlich darauf hoffen, dass wir dank der Erfahrungen und der Impfungen auf dem Weg zum neuen Tourismus nicht wieder umkehren müssen. Das bewährte Rezept bleibt auch weiterhin gültig: impfen, testen, vernünftige und ausgeklügelte Hygienekonzepte sowie die Entwicklung von fundierten, zukunftsweisenden Strategien. Diese Schritte sind für einen Neuanfang erforderlich, um ein nachhaltigeres und intelligenteres Tourismus-Ökosystem aufzubauen. Ich hoffe, dass wir jetzt nicht erneut an den Start zurückmüssen und uns gleichermaßen in wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, ökologischer und seelischer Hinsicht in einer Aufwärtsspirale befinden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch schöne Sommertage und viel Kraft zum Aufbau der Welt des neuen Tourismus.

Dipl.oec Balázs Kovács

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